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Schienenversorgung in der Ergotherapie

Autorenbild: Johanna PETER
Johanna PETER
vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit

Die Schienenbehandlung dient als unterstützende therapeutische Maßnahme in der Ergotherapie: Sie schützt Gelenke bei Fehlbelastung, bewahrt die Funktionsfähigkeit oder unterstützt bei der Ruhigstellung nach Handverletzungen.

Ob eine Schiene notwendig ist, wird im Krankheitsverlauf von behandelnden Ärztinnen und Ärzten angeordnet oder von TherapeutInnen empfohlen werden. In jedem Fall ist eine Verordnung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte notwendig. Die Versorgung kann sowohl postoperativ als auch als Prophylaxe erfolgen.

 

Was ist eine Schiene?

Schienen sind Orthesen, die in der Ergotherapie meist aus thermoplastischem Material angefertigt werden. Ziele einer Schiene können sein: Gelenke und Bandapparate zu stabilisieren, Kontrakturen aufzudehnen, Funktionen zu ersetzen oder Gelenke vor Fehlstellungen zu schützen.

Man unterscheidet zwischen statischen Schienen und dynamischen Schienen.

Statische Schienen kommen dann zum Einsatz, wenn ein oder mehrere Gelenke gelagert, unterstützt oder korrigiert werden müssen.

Dynamische Schienen werden vor allem bei Sehnenverletzungen oder Nervenverletzungen eingesetzt und haben eine mobile Komponente die, eine gewisse Mobilität zulässt.

 

Bei statischen Schienen unterscheidet man nochmals zwischen Lagerungsschienen und Alltagsschienen.

Lagerungsschienen werden vorrangig zum Aufdehnen und/oder Schützen von Gelenken eingesetzt.

Alltagsschienen, wie der Name bereits verrät, werden vor allem im Alltag getragen. Sie unterstützen dabei, Schmerzen zu reduzieren und Gelenke zu schützen die zu Fehlbelastung neigen.

Bei folgenden Diagnosen kann eine Schiene zum Einsatz kommen:

  • Karpaltunnelsyndrom

  • rheumatoide Arthritis

  • Fingerbrüche

  • Schnappfinger

  • Knopfloch-/Schwanenhalsdeformation

 

Das Material

Wie bereits erwähnt bestehen die gängigen Schienen aus thermoplastischem Material.

Legt man das Material in heißes Wasser, wird es weich und kann anschließend individuell an die Hand der betroffenen Person angepasst werden. Das Material wird also so geformt, dass es perfekt an die betroffene Hand passt, und sollte deshalb nicht an andere Personen weitergegeben oder an der nicht betroffenen Hand verwendet werden. Die Tragedauer variiert je nach Diagnose und Verlauf.

Pflege: mit lauwarmem Wasser und Seife reinigen und vor Verwendung gründlich abtrocknen. Lagerung bei Raumtemperatur - nicht in der Nähe von oder auf Heizungen, da das Material sich verformen kann.

 

 

Ablauf bei Schienenversorgung

 

  1. Verordnung

    Sie erhalten von Ihrem/Ihrer behandelnden Arzt oder Ärztin eine Verordnung für eine Schiene passend zu Ihrer Diagnose

  2. Erstbegutachtung und Befundung

    Nach einem Erstgespräch und dem organisatorischen Abwickeln der Verordnung wird die betroffene Hand oder Finger begutachtet und erste Eindrücke für die Schienenherstellung gesammelt.

  3. Schienenschnitt Anschließend wird ein Schienenschnitt an der betroffenen Hand angefertigt. Dies ermöglicht eine individuelle Anpassung.

  4. Anformen der Schiene

    Das Schienenmaterial wird in heißem Wasser gelegt, damit es weich wird. Anschließend wird das weiche Material an die Hand oder den Finger angepasst.

  5. Korrekturen und Anbringen von Verschlüssen

    Sobald das Schienenmaterial wieder ausgehärtet ist, werden mögliche Druckstellen oder harte Kanten korrigiert sowie Klettverschlüsse angebracht.

  6. Information und Instruktion

    Während einer kurzen Trageprobe im Therapiesetting, bekommen Sie Instruktionen zum Anlegen der Schiene und bekommen wichtige Informationen zu Tragedauer, Pflege und Handling der Schiene.

  7. Kontrolle der Schiene Im Verlauf der Therapie werden regelmäßig Kontrollen der Schiene durchgeführt, um die Passgenauigkeit sicherzustellen, da sich aufgrund von Schwellungen oder verbesserter Gelenksbeweglichkeit die Passform verändern kann. Achten Sie auch selbst auf Druckstellen oder Hautirritationen und melden Sie sich bei Problemen.

 

 

Eine Schienenanpassung kann also im ergotherapeutischen Prozess gewählt werden, um die Alltagsfunktionen zu verbessern, die Gelenke vor Fehlbelastung zu schützen und den Heilungsprozess zu unterstützen. Durch die passgenaue Herstellung und sorgsame Instruktion der Patientinnen und Patienten in Pflege und Handling kann eine Schiene eine gute Unterstützung sein um, Alltagsfähigkeit zu erhalten und Funktionen zu verbessern und/oder wieder zu erlangen.

 

 

 

Quellen:

·      Bohli, E. (2012): Schienenbehandlung in der Handtherapie (1. Aufl.). Verlag Hans Huber.

·      Kremser D., Holzleithner R.  (2014/15): Schienen [Vorlesungsskript], Spezielle ergotherapeutische Maßnahmen, FH IMC Krems, unveröffentlicht.

·      Breier S., Fritz P. (2010): Vorsicht vor Ruptur, Ergopraxis 2/10, Thiemen Verlag.

 

 

 
 
 

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