Ergotherapie bei Demenz

Demenz ist eine der größten Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft. Betroffene verlieren schrittweise ihre kognitiven Fähigkeiten, was den Alltag für sie und ihre Angehörigen immer schwieriger macht.
Die Ergotherapie hat in den letzten Jahren wirksame Methoden entwickelt um die Lebensqualität und den Alltag von Menschen mit Demenz zu verbessern und die Angehörigen zu unterstützen. Ergotherapeutische Maßnahmen können die Stimmung und das Verhalten von Demenzerkrankten positiv beeinflussen und die Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten.
Was ist Demenz?
Demenz ist ein Oberbegriff für Krankheitsbilder, die bei Betroffenen zu einem fortschreitenden Verlust von geistigen Fähigkeiten wie Gedächtnis, Orientierung und Sprache führen. Betroffene haben zunehmend Schwierigkeiten ihren Alltag selbstständig zu planen und durchzuführen.
Man unterscheidet grob in zwei Kategorien:
Primäre Demenz:
diese wird durch degenerative Veränderungen im Gehirn hervorgerufen.
Dazu zählen:
Neurodegenerative Demenzerkrankungen wie Alzheimer oder Demenz bei Parkinson
Vaskuläre Demenz: Sie entsteht durch Durchblutungsstörungen des Gehirns. Ein erhöhtes Risiko entsteht bei PatientInnen mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder anderen Gefäßerkrankungen.
Sekundäre Demenz:
hier liegt keine direkte Veränderung im Gehirn vor. Die Symptome entstehen stattdessen durch eine andere Grunderkrankung oder äußere Einflüsse, wie Alkoholerkrankung, Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma oder Stoffwechselerkrankungen.
Wie unterstützt Ergotherapie bei Demenz?
Die Ergotherapie unterstützt Patient*innen in der Verbesserung der Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag.
Für Menschen mit Demenz bedeutet das: Alltagstätigkeiten, die sie machen wollen oder müssen - wie Ankleiden, Kochen oder ausführen von Hobbies - gezielt zu trainieren und so lange wie möglich zu erhalten.
Ergotherapeut*innen arbeiten dabei individuell angepasst an die Bedürfnisse und Ressourcen der Betroffenen und stehen nach Wunsch in enger Zusammenarbeit mit den Angehörigen.
Die Therapie findet meist im häuslichen Setting statt. Das ermöglicht ein direktes Arbeiten im vertrauten Umfeld und gibt den Patient*innen Sicherheit. Zusätzlich ist es eine Möglichkeit alltägliche Handlungen und Abläufe direkt im häuslichen Setting zu beobachten. Aber auch in freier Praxis oder im Krankenhaussetting findet Ergotherapie bei Menschen mit Demenz ihren Einsatz.
Ergotherapeutische Ziele und Behandlungsmöglichkeiten bei Demenzerkrankung
An folgende Zielen kann in der Ergotherapie gemeinsam mit den Betroffenen und Angehörigen gearbeitet werden:
Verbesserung der Lebensqualität
Verzögerung des geistigen Abbaus durch kognitives Training
Förderung der Alltagskompetenz
Reduktion von Verhaltensauffälligkeiten
Entlastung und Schulung von Angehörigen
Zu den Maßnahmen, die Ergotherapeut*innen individuell an die Betroffenen angepasst durchführen können gehören:
Alltagstraining: Gezieltes Training von Alltagshandlungen und/oder Anpassung von Handlungsabläufen, um die Selbstständigkeit zu erhalten/zu fördern.
Kognitives Training: Training der kognitiven Fähigkeiten, wie Gedächtnis und Konzentration.
Umweltanpassungen und Beratung: Anpassung des Wohnraums, um die Sicherheit und Selbstständigkeit zu erhöhen, sowie Beratung von Angehörigen im Umgang mit den Betroffenen.
Förderung der motorischen Funktionen: Sensorische Stimulation und körperliche Aktivierung
Biografie Arbeit: Arbeit mit positiven Erinnerungen, Fotos, oder Gegenständen, um die Identität und das Selbstbild möglichst lange zu bewahren.
Abschließend lässt sich sagen: Ergotherapie kann Demenz nicht heilen, aber sie kann dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhalten und den Alltag für Betroffene und ihre Angehörigen zu erleichtern. Mit dem Ziel die Versorgung zu Hause so lange wie möglich zu ermöglichen.
Quellen:
Österreichische Alzheimer Gesellschaft, 2026. https://alzheimer-gesellschaft.at/was-ist-demenz/ [abgerufen am 08.09.2026]
Demenzportal, 2026. https://demenz-portal.at/aktuelles/ergotherapie-bei-demenz/ [abgerufen am 07.09.2026]
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, 2026. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/gehirn-nerven/demenz/was-ist-das.html [abgerufen am 08.09.2026]
F. Kranz, Leitfaden par excellence – ERGODEM, ergopraxis 2015; 8 (9); S.18–24 (Thieme Verlag, Stuttgart. 2015)
Wiener Sozialdienste, 2026. https://www.wienersozialdienste.at/mobile-ergotherapie/ [abgerufen am 08.09.2026]
Infoplattform für Pflege und Betreuung, 2026. https://pflege.gv.at/de/welche-behandlungs-und-unterstuetzungsmoeglichkeiten-gibt-es [abgerufen am 07.09.2026]




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